Anlässlich der Konsekration des neuen Zelebrationsaltares in der Pfarrkirche St. Radegundis, Waldberg, am 28.10.2010, sind Inhalt und Gestalt des neu errichteten Altares der Pfarrgemeinde vorzustellen.
Zu Wesen und Würde des Altares: Christus, der Altar des Neuen Bundes
Die Väter der Kirche haben, gestützt auf Gottes Wort, immer wieder bezeugt, dass Christus Opfergabe, Priester und Altar seines eigenen Opfers ist.
Im Brief an die Hebräer wird Christus nämlich als Hoherpriester und als lebendiger Altar des himmlischen Tempels bezeichnet. In der Offenbarung des Johannes erscheint unser Erlöser als das geschlachtete Lamm, dessen Opfer durch den heiligen Engel zum himmlischen Altar gebracht wird.
Der Christ ein geistiger Altar
Da Christus, unser Haupt und Lehrer, der wahre Altar ist, sind auch wir, seine Glieder und Jünger, geistliche Altäre, auf denen Gott das Opfer eines heiligen Lebens dargebracht wird.
Nach einem anderen, von den Kirchenschriftstellern häufig gebrauchten Bild sind die Christen, die sich dem Gebet widmen und ihre Fürbitten vor Gott tragen, selber lebendige Steine, aus denen der Herr Jesus den Altar der Kirche erbaut. (siehe erster Petrusbrief)
Der Altar, Tisch des Opfers und des österlichen Mahles
Christus, der Herr, hat in Gestalt eines Opfermahles das Gedächtnis jenes Opfers gestiftet, das er auf dem Altar des Kreuzes dem Vater darbringen sollte. So hat er den Tisch geheiligt, um den sich die Gläubigen zur Feier seines Todes und seiner Auferstehung versammeln.
Der Altar ist also Tisch für Opfer und Mahl. An diesem Tisch repräsentiert der Priester Christus, den Herrn, und tut, was dieser getan und den Jüngern zu seinem Gedächtnis zu tun aufgetragen hat.
Der Altar Sinnbild Christi
Zwar können die Christen, wenn die Verhältnisse es erfordern, das Gedächtnis des Herrn überall feiern und sich um seinen Tisch versammeln. Aber es ist der Eucharistie angemessen, dass sie zur immer wiederkehrenden Feier des Herrenmahles in ihren Pfarrkirchen feststehende Altäre errichten, wie das schon seit alter Zeit geschieht. Das gebräuchlichste Material für den Altar ist der Naturstein. Er wird schon im alten Testament beschrieben z. B. als der Block aus rohem, unbehandeltem Stein.
In allen Pfarrkirchen ist der Altar Mittelpunkt der Danksagung. Als liturgischer Ort ist er ein fest mit dem Bauwerk verbundener zentraler Kult-Ort an dem christlicher Glaube konkret erfahrbar wird in der Eucharistie. (siehe Leitlinien der deutschen Bischöfe für den Bau und die Ausgestaltung von gottesdienstlichen Räumen 2000)
Die heilige Radegundis im Hochaltar war durch das massive Volumen des bisherigen versus popolum Altar-Provisorium nicht präsent im Kirchenraum. Deshalb empfahl ich der Kirchenverwaltung für diese Aufgabenstellung einen von mir selbst entwickelten Entwurf, der 1992 entstand für unseren emeritierten Diözesanbischof Dr. Josef Stimpfle für seine Hauskapelle.
Meine einfachen Gedanken hierfür waren: Christus ist im heiligen Geist mit dem Vater verbunden; ein Gott in drei Personen- untrennbar und zugleich unvermischbar - Geheimnis unseres Glaubens. (siehe Katechismus der Katholischen Kirche 1993)
Vom Mittelgang aus ist der Altar auf einer Säule aufgebaut. Tritt man zur Seite ins Gestühl, wird die Dreiheit in Einheit sichtbar. Hinzu kommen die Symbole für Himmel und Erde, Kreis und Quadrat; Christus verbindet als Gott und Mensch beides. Die Altarmensa und der Fuß haben die Form abgeflachter Pyramiden, die schon bei den Hochkulturen der Ägypter und Azteken in den gewaltigen Architekturen Symbol für Unsterblichkeit und Ewigkeit waren. Der Opferaltar in Form eines österlichen Mahltisches war Hintergrund der Formfindung.
Das Material Naturstein Kleinziegelfelder Dolomit und Wachenzeller Dolomit in ihrer Farbigkeit schafft „Erdung“ und erinnert inhaltlich an die Opferaltäre des alten Testaments. Das akzentuierende Gold mit seinem Lichtglanz ist Widerschein himmlischen Lichts. Die Verbindung von beidem bewirkt eine harmonische Integration in den historischen Altarraum der Waldberger Pfarrkirche mit seiner kostbaren Ausstattung.
Der neue Ambo fügt sich in seiner reduzierten Formensprache dienend hinzu. Auch er hat seine Betonung oben beim Evangelienthron, eben beim Wort Gottes, das von hier aus den Gläubigen verkündet wird.
Durch die langjährige vertrauensvolle, wertschätzende Zusammenarbeit mit HH. Pfarrer Gagula und den Damen und Herren der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates konnte die Chance ergriffen werden, den gebauten Kirchenraumraum nicht nur optisch sondern vor allen spirituell-geistlich zu erweitern.
Hierfür gilt den Verantwortlichen Dank. Ebenso bin ich Herrn Martin Regauer aus Buchloe, dem Steinmetzmeister und Bildhauer zu Dank verpflichtet für seine wunderbar einfühlsame ins Werk Setzung.
Augsburg, im Advent 2010
Bischöfliche Finanzkammer Augsburg, Fachreferat für kirchliches Bauwesen und Kunst
Felix Johann Landgraf, Kunstbeauftragter
Familientisch der Pfarrgemeinde und Symbol der Zusammengehörigkeit: Weihbischof Grünwald weihte den neuen Volksaltar in der Waldberger Pfarrkirche – Großer Tag für die Staudenpfarrei
Ein großer Tag für die Radegundispfarrei Waldberg-Kreuzanger war am Sonntag die Weihe des neuen Volksaltares durch den Augsburger Weihbischof Josef Grünwald (Mitte). Diakon Wolfgang Gallo, Ortspfarrer Kresimir Gagula und Bischofssekretär Christian Higl (von links) feierten den Festgottesdienst mit.
Von Walter Kleber
Waldberg/Kreuzanger
Festliche Gottesdienste hat die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Radegundis in Waldberg schon viele erlebt. Das Patrozinium der Bistumsheiligen wird alljährlich mit großem Prunk begangen. Ein ganz besonderer Festtag, mit dem in der Geschichte der Staudenpfarrei ein neues Kapitel aufgeschlagen wurde, war die Weihe des neuen Volksaltares am vergangenen Sonntag. Der Augsburger Weihbischof Josef Grünwald nahm nach einem überlieferten Ritus die Konsekration des Altares vor, den der Buchloer Steinmetz- und Bildhauermeister Martin Regauer aus fränkischem Dolomitgestein kunstvoll gefertigt hat. Der in den Hochaltar integrierte Schrein mit den Gebeinen der Heiligen Radegundis rückt mit dem neuen Altar jetzt noch mehr in das Blickfeld der Gläubigen und in den Mittelpunkt der Kirche.
Zu den Klängen der Waldberger Musikkapelle D`Schwarzachtaler hießen Ortspfarrer Kresimir Gagula und Bobingens Bürgermeister Bernd Müller den Weihbischof auf dem Kirchenvorplatz willkommen. Begleitet von den acht Radegundismädchen in ihren farbenfrohen Trachten und von den Ministranten zogen die Geistlichen in das schmucke Waldberger Gotteshaus ein. Nach einer umfassenden Außen- und Innenrenovierung, die sich seit den 1990er Jahren über zwei große Bauabschnitte erstreckt hatte, war die Altarweihe jetzt Höhepunkt und krönender Abschluss des Großprojektes. Die Mesnerinnen Margit Gaul und Hermine Kleber hatten die Radegundiskirche für das Hochamt üppig geschmückt und festlich heraus geputzt.
Mit der Altarweihe am ersten Adventssonntag, so Weihbischof Grünwald in seiner Ansprache, beginne für die Gläubigen von Waldberg und Kreuzanger nicht nur ein neues Kirchenjahr und das Warten auf die Geburt Christi an Weihnachten. Mit der Altarweihe werde auch ein neues Kapitel in der langen Geschichte der Pfarrei aufgeschlagen, an das sich die Anwesenden noch lange erinnern würden. Schließlich sei es nicht jeder Generation vergönnt, ein solch seltenes Ereignis persönlich mit zu erleben. Der neue Altar, auf drei Säulen ruhend, sei als geheiligter Ort der Familientisch der Pfarrgemeinde und ein Symbol deren Einheit und Zusammengehörigkeit. Grünwald rief die Gläubigen auf, am Sonntag um diesen Tisch gemeinsam Eucharistie zu feiern. Denn: „Was nützt das schönste Schmuckstück, wenn man es nicht gebraucht?“
Nach einer streng fest gelegten Abfolge symbolischer Rituale nahm der Weihbischof die Weihe des neuen Volksaltares vor. Zuvor hatte er bereits den neuen Ambo, das Lesepult („den Tisch des Wortes und den Ort der Predigt“), gesegnet. Mit Chrisamöl zeichnete er fünf Kreuze auf den Altartisch, rieb anschließend die gesamte Altarplatte mit dem heiligen Öl ein und entzündete an fünf Stellen kleine Feuer, in denen Weihrauch verbrannt wurde. In das Fundament des Altares war zuvor eine Metallkapsel mit Reliquien der frühchristlichen Märtyrerin Christina und der erst vor neun Jahren heilig gesprochenen Crescentia Höß von Kaufbeuren eingemauert worden.
Nach der feierlichen Weihe wurde der Altar erstmals mit Altartuch und Kerzen geschmückt. Die erste Eucharistie feierten als Konzelebranten neben Ortspfarrer Kresimir Gagula auch Diakon Wolfgang Gallo und Bischofssekretär Christian Higl mit. Mit der Überreichung der Weiheurkunde an „Hausherrn“ Kresimir Gagula fand der Festgottesdienst seinen Abschluss. Die musikalische Gestaltung der Altarweihe teilten sich die Schwarzachtaler unter der Leitung von Bernd Schmidt und Organistin Agnes Lieb. Kirchenpfleger Helmut Gaul dankte allen Beteiligten und Mitwirkenden, die sich in den vergangenen Jahren in den Dienst der Waldberger Pfarr- und Wallfahrtskirche gestellt und auch beim krönenden Abschluss, der Beschaffung und Weihe des neuen Altares, mitgewirkt hatten.
Neuer Volksaltar wird geweiht – Am Sonntag großer Festtag in Waldberg – Weihbischof Grünwald kommt
Am Dienstag stellte Steinmetz- und Bildhauermeister Martin Regauer den neuen Volksaltar in der Waldberger Kirche auf. Pfarrer Kresimir Gagula und Kirchenpfleger Helmut Gaul (von links) gingen ihm kräftig zur Hand
Waldberg (wkl).
Mit der Weihe eines neuen Volksaltares setzt die Pfarrei St. Radegundis in Waldberg am kommenden ersten Adventssonntag, 28. November, einen feierlichen Schlusspunkt unter die umfangreiche Außen- und Innensanierung ihrer Kirche.
Zur Altarweihe hat sich der Augsburger Weihbischof Josef Grünwald angesagt. Mit Ortspfarrer Kresimir Gagula und Kirchenpfleger Helmut Gaul freut sich die ganze Pfarrei auf den hohen Gast und den großen Festtag zum Abschluss der Kirchenrenovierung.
In zwei Bauabschnitten hatten sich die Renovierungsarbeiten über mehrere Jahre erstreckt: von 1996 bis 2000 (Außen) und dann noch einmal 2004 (Innen). Ein neuer Volksaltar steht schon lange auf der Wunschliste der kirchlichen Gremien von Waldberg und Kreuzanger. Nicht zuletzt deshalb, weil die bisher verwendete Holzkonstruktion aus den 1970er Jahren den Blick auf den in den Hochaltar integrierten Radegundisschrein versperrt. Felix Landgraf, der Kunstbeauftragte der Diözese Augsburg, ergänzt: „Uns war es wichtig, für die Gläubigen den Blick auf die heilige Radegundis zu öffnen. Die bisherige provisorische Altarlösung aus Holz hatte keinen Bestand, da dieser nicht feststehende Altar nicht die liturgischen und raumkünstlerischen Anforderungen für eine Pfarrkirche nach den Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz erfüllt hat.“
Die Reliquien der Bistumsheiligen Radegundis werden seit 1812 in der Waldberger Kirche verehrt. Nicht nur zum alljährlichen Radegundisfest ist die Kirche deshalb das Ziel vieler Pilger. Im Zuge der letzten Renovierung in den 1970er Jahren wurden die Gebeine vom linken Seitenaltar in den Schrein im Hochaltar umgebettet.
Der Buchloer Steinmetz- und Bildhauermeister Martin Regauer hat den Altar und den Ambo (Lesepult) aus heimischem Dolomit-Gestein, gebrochen in der nördlichen Frankenalb, gefertigt. Eingearbeitet in den neuen Altar sind Reliquien der Heiligen Christina und der Heiligen Crescentia von Kaufbeuren. Die Beschaffung eines neuen Volksaltares wird in der Kirchenverwaltung schon seit einigen Jahren diskutiert. Auch vor dem Hintergrund des in 2012 anstehenden Jubiläums „200 Jahre Radegundisverehrung in Waldberg“. Mitte dieses Jahres wurde dann der Auftrag an den Steinmetz erteilt. Erst vor zwei Tagen wurden Altar und Ambo an ihrem neuen Standort aufgestellt und fest im Kirchenboden verankert – wie es die Vorgaben der Liturgie verlangen. Der Altartisch ruht auf drei Säulen. Sie sind Symbol für das ursprüngliche Hauptpatrozinium der Waldberger Kirche, die der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht ist. Das Radegundis-Patrozinium kam erst später dazu.
Altar und Ambo schlagen insgesamt mit rund 10000 Euro zu Buche. Die Finanzierung erfolgt aus eigenen Mitteln und Rücklagen der Staudenpfarrei. Kirchenpfleger Helmut Gaul freut sich: „Unsere Gläubigen waren seit Beginn der Kirchenrenovierung sehr spendabel. Das Geld reicht noch für den krönenden Schlusspunkt!“ Info
Der Festgottesdienst mit Altarweihe in der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Radegundis in Waldberg am kommenden Sonntag, 28. November beginnt um 9.30 Uhr. Im Anschluss trägt sich Weihbischof Josef Grünwald zur Erinnerung an die Altarweihe in das Goldene Buch der Stadt Bobingen ein.
Hießen die ersten restaurierten Tafeln aus dem Radegundis-Bilderzyklus wieder in der Waldberger Pfarrkirche willkommen: (von links) Pfarrer Kresimir Gagula, Radegundismädchen Sandra Regauer, Bobingens Bürgermeister Bernd Müller, Domkapitular Prälat Dr. Bertram Meier, Wilhelm Knoll vom Vorstand der Raiffeisenbank Stauden, Radegundismädchen Barbara Etzig und Kirchenpfleger Helmut Gaul.
Die ersten Radegundistafeln kehrten in die Pfarrkirche zurück - Stadt Bobingen und Raiffeisenbank Stauden übernahmen Patenschaft - 15-teiliger Bilderzyklus wird restauriert - Kirchenverwaltung sucht weiter Paten
Waldberg (wkl). Zu den wertvollsten und ältesten Zeugnissen, die in der Waldberger Pfarrkirche St. Radegundis die Verehrung der Bistumsheiligen St. Radegundis dokumentieren, zählt ein 15-teiliger Bilderzyklus mit Darstellungen aus Leben und Legende der volkstümlichen Heiligen. Die großformatigen Bilder – Ende des 17. Jahrhunderts von einem unbekannten Künstler auf Leinwand gemalt – werden derzeit einer grundlegenden Restaurierung unterzogen. Rechtzeitig zum diesjährigen Radegundisfest am vergangenen Sonntag sind die ersten drei Bilder in die frisch renovierte Pfarrkirche zurückgekehrt. Ortspfarrer Kresimir Gagula und der Augsburger Domkapitular, Prälat Dr. Bertram Meier, segneten die Bilder während des Radegundis-Hochamtes. Die Gemälde waren zu Beginn der mittlerweile abgeschlossenen Innenrenovierung der Pfarrkirche abgenommen worden.In der Stadt Bobingen und der Raiffeisenbank Stauden haben Pfarrer Gagula und Kirchenpfleger Helmut Gaul zwei großzügige Sponsoren gefunden, die jeweils die Restaurierungskosten für ein Bild übernommen haben: 1500 Euro für jedes der beiden Gemälde. Für das dritte bereits fertig restaurierte Bild haben zwei Waldberger Familien die Patenschaft übernommen und dafür ebenfalls 1500 Euro an die Kirchenstiftung gespendet. Jetzt hoffen Pfarrer Kresimir Gagula und Kirchenpfleger Helmut Gaul auf großzügige und spendable Nachahmer aus der Pfarrei. Denn auch die restlichen zwölf Motivbilder, allesamt in sehr dunklen Farben gehalten, befinden sich bereits in der Werkstätte des Restaurators Andreas Goetzke in Oberottmarshausen. Die erforderlichen Restaurierungsarbeiten erstrecken sich – neben einer sorgfältigen Reinigung – in erster Linie auf das Ausbessern der Leinwand und das Auffrischen der Farben. Nach und nach sollen die Gemälde in den nächsten Wochen und Monaten jetzt wieder an ihren angestammten Platz an den Kirchenwänden vor den beiden Seitenaltären zurückkehren. Angesichts der veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von rund 23000 Euro ist die Kirchenverwaltung, die noch an der Finanzierung der Innenrenovierung zu „knabbern“ hat, deshalb auf Bilderpaten und Spenden angewiesen. (Foto: Walter Kleber)