St. Radegundis

Die Verehrung der Heiligen Radegundis

Radegundis stammt aus dem Dorf Wulfertshausen bei Friedberg. Als junges Mädchen kam sie als Magd auf das Schloss Wellenburg bei Augsburg. Die Legenede erzählt, dass sich Radegundis nach Feierabend um die Aussätzigen kümmerte, die in einem, am Fuß des Schlossberges gelegenen Leprosenheim, untergebracht waren. Sie wusch und kämmte die Kranken und brachte Ihnen übrig gebliebene Speisereste aus der Schlossküche (deshalb wird sie oft als Dienstmagd mit Kübel, Kamm und Bürste dargestellt). Eines Abends, als Radegundis wieder auf dem Weg ins Krankenheim war, wurde sie von Wölfen angefallen und lebensgefährlich verletzt. Zwei Diener fanden sie und brachten sie ins Schloss zurück, wo sie drei Tage später an Ihren Verletzungen starb. Das Todesjahr der Radegundis schätzt man um 1300. An der Stelle, an der die Wölfe die Dienstmagd angefallen hatten, errichtete man später eine Kapelle - im heutigen Weiler Radegundis. Der Name der Heiligen wird jedoch erst über hundert Jahre später erwähnt. Eine öffentliche Verehrung unserer heutigen Bistumsheiligen setzte durch die Erhebung ihrer Gebeine und Übertragung dieser in den Altarraum der kleinen Kirche in Wellenbrug am 01. Juli 1492 ein. Wahrscheinlich fiel dieses Datum auf den vierten Sonntag nach Pfingsten, denn bis heute ist dieser Sonntag der große Festtag der Heiligen. Die Verehrung der Radgundis wurde dann durch das Fürstliche Haus Fugger, in dessen Besitz Wellenburg im Jahr 1595 überging, maßgeblich gefördert.
Als im Juli 1810 ein heftiger Sturm den oberen Teil des Turmes der Radegundiskirche zum Einsturz brachte, mussten die Gebeine, inzwischen in einem Glasschrein untergebracht, aus der Kirche entfernt werden. Nach Zwischenstationen, zunächst im Wirtshaus, dananch im Pfarrhaus in Bergheim, wurde er schließlich in der Bergheimer Pfarrkirche aufgestellt. Das fürstliche Haus Wellenburg jedoch hatte die Gebeine der Heiligen der neu zu errichtenden Kuratie Waldberg zugedacht und so kam der Heiligenschrein am 05. August 1812 nach Waldberg und wird seitdem hier, nicht nur von den Pfarreimitgliedern, sondern auch von zahlreichen Wallfahrern verehrt.
Eine ganz besondere Liebe und Verehrung wurde der Heiligen durch den langjährigen Ortspfarrer Leonhard Haßlacher (verstorben am 04. Dezember 1992) zuteil. Der "Radegundispfarrer" stiftete zu seinem 40-jährigen Priesterjubiläum einen neuen Wallfahrtstaler. Im Jahr 1989 brachte er dann anlässlich der Erhebung unserer Ortsheiligen zur Bistumsheiligen und zu seinem 50-jährigen Priesterjubiläum einen weiteren, neuen Radegundis-Taler heraus. Die Radegundistaler erfreuten sich so großer Beliebtheit, dass im Frühjahr 1995 die Prägung eines weiteren Talers veranlasst wurde.

Radegundisgebet

Allmächtiger, ewiger Gott, der du die Hl. Radegundis, deine treue Dienerin,
von dem einfachen Stande einer armen Dienstmagd zu einer so großen Heiligkeit erhoben hast,
wir bitten dich demütigst, du wollest uns durch ihre Verdienste und Fürbitte die Gnade verleihen,
dass wir, gleich ihr, die Pflichten unseres Standes nach deinem heiligsten Willen genau erfüllen,
dir in allem zu gefallen trachten und endlich deiner ewigen Anschauung mögen teilhaftig werden.
Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Radegundislied

2.Nicht Königin bist du gewesen, du warst nur eine arme Magd, so kannst du besser uns verstehen, drum sei dir unsre Not geklagt, drum sei dir unsre Not geklagt!
3.Du kennst die Last von Leid und Sorgen, drum lächelt tröstlich uns dein Mund, wenn wir zu deinen Füßen knien, o heilige Jungfrau Radegund, o heilige Jungfrau Radegund!
4.In deinem mühevollen Leben warst du die reine Magd des Herrn, so gingst du ein zu deinen Wonnen, so wurdest du des Waldlands Stern, so wurdest du des Waldlands Stern!
5.Denn glänzender als Mond und Sterne hoch über unsern Wäldern steh'n strahlst du in lichter blauer Ferne, um ewig um den Herrn zu geh'n, um ewig den Herrn zu geh'n!
6.Hab Dank, dass du zu uns gekommen, wir preisen dich zu jeder Stund und weih'n in Liebe unsre Herzen dir, arme Magd Sankt Radegund, dir arme Magd Sankt Radegund!